28.03.2019

Die erste Dekade weckt Lust auf mehr

Handball-Bezirksliga der Herren: Bereits im zehnten Jahr trainiert Frank Schaden den HV Sundern. Warum die Arbeit im Verein den 48-Jährigen weiterhin reizt

Sundern. Im nunmehr zehnten Jahr trainiert Frank Schaden die erste Herrenmannschaft des Handballvereins Sundern. Der 48-Jährige erläutert, was für ihn noch immer den Reiz der Arbeit mit der Bezirksligamannschaft des HVS ausmacht, wie er im Derby am Samstag den TV Neheim bezwingen möchte und wie er sich mit einem gut befreundeten Trainerkollegen über die Gegner austauscht.


Frank, mit dem Derby gegen den TV Neheim an diesem Samstagabend um 18 Uhr im Schulzentrum Sundern läutet der HVS die heiße Saisonphase ein. Beide Teams kämpfen um den Klassenverbleib – ein vorentscheidendes Spiel? Frank Schaden: Ein Sieg wäre für uns zumindest sehr wichtig, auch aus psychologischer Sicht, denn dann gehen wir mit einem Erfolgserlebnis in die letzten fünf Partien. Es ist ja eigentlich ganz einfach: Entweder, wir (20:24 Punkte, Anm. d. Red.) bauen den Vorsprung auf den TV Neheim (18:26 Zähler, Anm. d. Red.) auf vier Pluspunkte aus, oder der TVN zieht mit uns nach Pluspunkten gleich.
Das Hinspiel ging mit 29:27 an den TV Neheim. Schauen Sie eigentlich nicht nur auf den Sieg, sondern ebenso auf den direkten Vergleich? Den haben wir im Blick. Oberste Prämisse hat für uns ein Heimsieg – egal, wie. Wenn klar ist, dass wir das schaffen, werden wir alles dafür geben, um mit drei Toren zu gewinnen und damit den direkten Vergleich für uns zu entscheiden. Ich bin mir sicher, dass das im Abstiegskampf noch wichtig wird.
Ihre Mannschaft hat neun ihrer bislang elf Heimspiele gewonnen. Was macht Ihr Team zu Hause so stark? Das weiß ich nicht. (lacht) Vielleicht ist es die Präsenz unserer eigenen Leute auf der Tribüne. Vor allem wenn Derbys anstehen, macht diese tolle Atmosphäre in unserer Halle schon etwas aus. Da kommt Stimmung auf – und das hilft uns.
Der HVS ist als Aufsteiger aktuell Tabellenneunter. Sind Sie im Soll? Das würde ich schon so sagen, ja. Man darf eben nicht vergessen, dass wir Aufsteiger sind. Ich glaube, dass man 26 Punkte braucht, um nicht abzusteigen. Da fehlen uns also noch sechs Zähler.
Sie haben frühzeitig für die neue Saison zugesagt. Gilt Ihr „Ja" denn auch noch, wenn es womöglich zurück in die Kreisliga gehen sollte? Für meine Verhältnisse war meine Zusage Ende Januar dieses Jahres sogar spät. (lacht) Normalerweise habe ich das immer rund um Neujahr erledigt. Eigentlich habe ich schon alles mit dem HV Sundern erreicht. Es passt aber einfach weiterhin sehr gut, deshalb mache ich hier auch als Trainer weiter. Und diese Zusage gilt auch für den Fall, dass wir absteigen sollten.
Was macht für Sie nach dieser langen Zeit weiterhin den Reiz Ihrer Arbeit beim HV Sundern aus? Wir haben hier beispielsweise gemeinsam zwei Aufstiege mitgemacht und einfach viel erlebt. Momentan sind oft 18, 19 Spieler im Training, das ist natürlich sehr schön. Die Jungs haben mir auch noch nicht gesagt, dass ich aufhören soll, das werte ich mal als ein weiteres gutes Zeichen. (lacht)
Wie gestaltet sich das Vereinleben? Wir haben beim HV Sundern eine sehr familiäre Atmosphäre – das gefällt mir gut. Die Leute unternehmen immer mal wieder etwas zusammen, über die Jahre sind so natürlich Freundschaften entstanden. Ich erlebe es mittlerweile aber auch häufiger, dass ich mit mir zuvor wildfremden Menschen ins Gespräch komme, zum Beispiel beim Einkaufen, und wir dann erstmal die sportliche Situation in der Bezirksliga analysieren. Aus sportlicher Sicht ist Ihr Rückraumrechter Chris Spielmann sicherlich ein Aushängeschild. Ist Ihre Mannschaft dennoch zu sehr von seinen Toren – mit 160 Treffern ist er Dritter der Liga-Torschützenliste – abhängig? Nein, das finde ich nicht. Die Tore verteilen sich bei uns insgesamt recht gut. Außerdem ist Chris natürlich auf die guten Zuspiele seiner Nebenleute angewiesen. Auch er muss sich jeden Einsatz in jedem Training hart erarbeiten – das ist keine Selbstverständlichkeit. Bekanntermaßen verbindet Sie mit Frank Mähl, Trainer Ihres Ligakonkurrenten TV Arnsberg, eine langjährige Freundschaft. Wie kam's eigentlich dazu? Frank und ich kennen uns noch aus unserer gemeinsamen Zeit beim TVA, als wir damals zusammen in der Jugendarbeit des Vereins aktiv gewesen sind. Ich habe zudem in der Jugend seine beiden Söhne Phillipp und Yannick trainiert, die ja nun beide echte Leistungsträger in der Bezirksligamannschaft des TVA sind. In dieser Saison tritt der HV Sundern in der Regel etwa zwei Wochen, nachdem der TV Arnsberg gegen einen bestimmten Gegner gespielt hat, gegen eben diesen an. Das lädt dazu ein, mit Frank Mähl über die Teams zu sprechen, oder? Absolut, genau das machen wir auch. Frank und ich tauschen uns sowieso regelmäßig aus und speziell natürlich unter diesem Gesichtspunkt. Wir geben uns dann beide gegenseitig Tipps, auf welche Spieler der Mannschaften man in den Spielen besonders achten sollte, und wo wir die Gegner am besten knacken könnten.


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